Die Kragenfasanen

Text: LV Zuchtwart Gerhard Stähle, Bilder: Alexander Renz




Amherstfasan

Die Kragenfasanen unterteilen sich in zwei Arten: Die Goldfasanen und die Amherstfasanen.

Die Goldfasanen gibt es in rot, gelb, schwarz und zimtfarbig. Die roten sind die wildfarbigen, die gelben und schwarzen sind Mutationen und die zimtfarbigen sind Kreuzungstiere aus rot und gelb.

Die Amherstfasanen gibt es momentan nur in wildform (Farbe). Die Kragenfasanen sind liebenswürdige, zierliche, farbenprächtige und daher beliebte Arten unserer Fasanen.

Die Schwanzfedern sind bei diesen Arten sehr lang-schmalstufig gestellt, werden aber steiler dachförmig getragen.

Die Läufe sind beim Goldfasan gelb. Die Geschlechter sind sehr verschieden. Der Goldfasan-Hahn hat einen goldgelben Schopf und einen großen herabhängenden Kragen, aus der Spitze gerade, breit-fächerförmige Federn.

Die äußersten Oberschwanzdecken sind stark verlängert und an der Spitze schmal. Der an den Läufen gesporte Hahn ist erst im zweiten Jahr im Prachtkleid. Oberkopf, Haube Goldgelb. Der Kragen ist ist lebhaft orangefarbig mit breitem blauschwarzen Endsaum und ebensolchen zweiten Querbinder dahinter.

Vorderrücken schimmert goldhalsig metallgrün mit schwarzen Federsäumen. Hinterrücken, Bürzel und Oberschwanzdecken tiefgelb, die seitlichen verlängerten Oberschwanzdecken sind kaminrot. Kropf, ganzer Unterkörper und Schulter sind leuchtend rot, die inneren Armschwingen und Decken sind stahlblau. Die äußeren sind braun und schwarz gebändert. Handschwingen braun und helleren Flecken. Die Schwanzfedern sind braun an der Spitze einfarbig, im übrigen unregelmäßig schwarz quergewellt, die mittelsten mit rundlichen hellbraunen schwarz umränderten Flecken versehen, den sogenannten Netzzeichen. Die nackte Haut u das Auge, die Läufe und die Iris ist gelb.

Die Henne ist hellbraun mit dunklen Bänderungen und Wellungen unserseits blasser und weniger stark gebändert. Die Befiederung im Gesicht reicht bis an das Auge. Kopf ist hellbraun mit einem dunkelbraunen Strich längs der Scheitelmitte und einem Querstreifen im Genick. Und ist im übrigen unsereseits gelblich weiß.




Goldfasan

Die Heimat der Goldfasanen ist das Gebirge Mittel-Chinas. Die Ringgröße ist 11. Die Brutdauer beträgt 23 Tage, die Eierfarbe ist rühmlich gelb.

Weiter im Südwesten, im Gebirge Südost-Tibets und Südwest-China ist der Amherstfasan beheimatet. Der Hahn ist noch etwas farbenprächtiger als der Goldfasan. Sein Oberkopf ist bronzegrün, die sidigglänzenden Haubenfeden am Hinterkopf sind rot. Die Federn des Halskragens sind weiß mit schwarzen innen stahlblau begrenzten Endsäumen und gleichen zweiten Binder dahinter. Vorderrücken, Schulter und Kopf sind glänzend bronzegrün mit breiten schwarzen Federsäumen. Der Hinterrücken goldhalsig strohgelb. Die mittleren Teile des Bürzels und die Oberschwanzdecken sind scharlachrot, die verlängerten Oberschwanzdecken weiß mit blauschwarzer Bänderung und orangeroten Spitzen, die Schwanzfedern weiß, an den Außenfahnen bräunlich, schwarz gebändert. Die mittleren dachförmig getragenen weiß mit schiefstehenden gebogenen blauschwarzen Querbinder und dazwischen befindlichen Kritzeln und Flecken. Die schwarzbraunen Handschwingen sind zum Teil weiß gesäumt. Die Flügeldecken glänzen metallisch blauschwarz. Brust und Bauch sind reinweiß.

Die Henne ist der des Goldfasans ähnlich. Doch die Grundfarbe ist mehr braungrau, nicht so gelblich. Die nackte Gesichtshaut ist weiter ausgedehnt und deutlich bläulich grau. Der Bauch weißlicher und weniger gestreift. Die Lauffarbe ist bläulich, 0.1 blaugrau. Die Augenfarbe ist hellgelb, 0.1 braun. Die Brutzeit beträgt 24 Tage.

Junge Amherstfasanen sind denen des Goldfasans sehr ähnlich, nur etwas brauner und weniger gelb, und stärker, dichter und etwas länger besaumt.

Beide Arten sind absolut winterhart, und gegen Kälte unempfindlich. Die Zucht bereitet keine große Schwierigkeiten, am besten ist die Naturbrut, denn die Hennen sind in der Regel gute Bruterinnen. Empfehlenswert ist auch die Brut mit einer Zw-Huhnhenne, wie von Seidenhühnern, Chabos und Zwerg-Wyandotten oder die Brut in einem Brutapparat.

Die Balz: Im Frühjahr, wenn die Tage wärmer werden, richtet der Hahn die Haube auf und spreizt die Federn des Kragens nach der Henne hin, wodurch diese Seite des Kopfes und Halses unterhalb des Auges durch den Kragen ganz verdeckt wird. In dieser Haltung umkreist und umspringt er in zierlichen, hohen Sätzen die Henne.

Beide Arten kreuzen sich unbeschränkt fruchtbar miteinander, was zu Ziel- und sinnlosen Verkreuzungen führte, so dass es heute ungemein schwer ist, reinrassige Gold- oder Amherstfasanen zu bekommen.



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